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Ansturm auf Mühlen in Region
Mehr als 400 wandern auf neuem Lehrpfad - Führungen finden großen Anklang In der Teichmühle in Wildenfels erläuterte Roland Hertwig bei Führungen mehr als 1000 Besuchern das Innenleben seiner Mühle.
Zwickau/Zwickauer Land. Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust. Das bewiesen am Montag die vielen Leute, die sich, das bekannte Lied vor sich hin trällernd, zur Einweihung des neu angelegten Lehrpfades am Mühlgut in Zschocken einfanden. Ehe es auf die Zehn-Kilometer-Wanderung entlang des Zschockener Baches bis nach Schönau ging, durchschnitten der Wildenfelser Bürgermeister, Tino Kögler (CDU), und der Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Wildenfels, Karl Weiß, ein Band.
Während der Tour hörte man immer wieder von Hartensteinern und Wildenfelsern, dass sie noch nie auf dieser Strecke unterwegs gewesen sind. So sagte eine ältere Frau, die in der Wildenfelser Weinleithe gar nicht weit vom neuen Lehrpfad wohnt: "Dieses herrliche, ruhige Fleckchen Erde habe ich, man sollte es nicht glauben, noch nicht kennengelernt." Für Heinz Fischer vom Förderverein Wildenfelser Zwischengebirge und Karl Weiß eine Bestätigung dafür, wie wichtig solche Projekte sind. Von beiden stammt die Idee für den Lehrpfad, die sie hartnäckig verfolgt und realisiert haben.
Viel Lob dafür gab's auch vom Hartensteiner Bürgermeister Andreas Steiner (CDU): "Ich freue mich, dass so viele Leute aus unserer Stadt dabei sind. Man muss nicht immer weit reisen, um schöne Dinge zu erleben." Von weit hergekommen war allerdings die Familie Fronk aus Berlin bei Bad Segeberg. Sie besucht nun schon seit acht Jahren zu Pfingsten die Familie Tuschek in Wildenfels und hat diesmal die Mühlenwanderung mitgemacht: "Wir sind immer wieder von der Stadt und ihrer Umgebung begeistert."
Viele Autos und noch mehr Fahrräder zeugten an der Klatschmühle im Zwickauer Ortsteil Schlunzig vom Besucheransturm. Obwohl sowohl Gerhard Tzscheutschler als auch seine Frau Ursula und Sohn Marcus durch die Mühle führten, die sich seit vielen Generation im Familienbesitz befindet, mussten etliche Besucher auf eine Führung warten. Doch Langeweile kam nicht auf. So konnten die Gäste Gunter Hamperl beim Schnitzen und seiner Frau Evelyn beim Klöppeln zusehen. Die zehnjährige Elisabeth Hinz spielte Gitarre und bot extra für den Mühlentag gebastelte Müller an. Im weitläufigen Garten machten Radfahrer und Wanderer Rast, stärkten sich bei Deftigem sowie Kaffee und Kuchen. Monika und Horst Jacob aus Zwickau-Marienthal waren begeistert von der Führung, als sie sich wieder aufs Rad schwangen. Auch die Schnabels (Mutter Kerstin, Vater Ralf sowie die Söhne Florian und Benjamin) aus Mosel waren mit ihren Drahteseln gekommen und fanden die Führung interessant.
Weit über 1000 Gäste zählte am Montag Roland Hertwig, der nach vier Jahren erstmals wieder die Teichmühle in Wildenfels geöffnet hatte und bis in die Abendstunden Führungen anbot. "Sogar aus Leipzig waren interessierte Leute da. Sie hatten den Termin im Internet recherchiert", freute sich Hertwig, der nach der riesigen Resonanz auch im nächsten Jahr zum Mühlentag wieder öffnen will.
Von Harald Toepel und Viola Martin
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